Dieser Führer führt nur den Wanderer, der ein GPS - Gerät benutzt.
Der technische Fortschritt macht auch vor Naturfreunden nicht Halt und beschert ihnen die Möglichkeit, eine Tour mit einem GPS - Gerät aufzuzeichnen, den aufgezeichneten Track an alle Interessierten weiter zu reichen, damit jedermann die Tour nachwandern kann, ohne nach Wegmarkierungen suchen zu müssen.
Zusätzlich zu den Tracks gibt es hier kurze allgemeine Beschreibungen der Besonderheiten einer jeden Tour, natürlich versehen mit zahlreichen Bildern, damit man sich vorstellen kann, worauf man sich einlässt.
Blick auf Pottenstein
Die Fränkische Schweiz
Wenn ich hier über die Fränkische Schweiz schreibe, dann meine ich nicht die Fränkische Schweiz der Reiseführer, Wanderführer, Bildbände, Geschichtsbücher oder geologischer Fachzeitschriften, die in großer Zahl veröffentlicht worden sind, sondern ich schreibe über meine Fränkische Schweiz, so wie ich sie erlebe, wie sie mir begegnet, wie ich sie sehe und mag. Ganz persönlich und überhaupt nicht objektiv. Ich schreibe nicht für Radfahrer, Paddler, Kletterer oder Kultursuchende, ich schreibe aber auch nicht für den Wanderer. Was ich anbiete, muss nicht jedem gefallen, mein Geschmack soll gar nicht der Geschmack der großen Mehrheit sein, viel lieber suche ich mir meine Nischen, in denen ich mich wohl fühlen und ich selbst sein kann.
Zunächst: Die Fränkische Schweiz erinnert nicht an die Schweiz. Dieser Begriff wurde in den 20er Jahren des neunzehnten Jahrhunderts von einem Reiseschriftsteller namens Joseph Heller geprägt. Gemeint war damit wohl vor allem das Wiesenttal mit allen Nebentälern, heute bezieht sich der Begriff auf den gleichnamigen Naturpark, der in etwa zwischen den Eckpunkten Nürnberg / Erlangen, Bamberg und Bayreuth ein Dreieck bildet.
Dolomit
Das Herz der Fränkischen Schweiz bleibt indes das Wiesenttal mit allen Nebentälern. Hier bestimmen mächtige Felsen aus Dolomit das Landschaftbild und geben in ihrer bizarren Vielfalt dem Land den Charakter, ohne den man genau so gut im Schwarzwald oder in der Eifel wandern könnte. Letztlich verdanken wir diesen Dolomit der Tatsache, dass die Region einst ein großes Flachwassermeer war, in dem sich gewaltige Schwammriffe bilden konnten, aus denen dann in jahrmillionen währenden geologischen Prozessen unter Einlagerung von Magnesium Dolomit entstand. Diese Darstellung ist natürlich fürchterlich vereinfachend. Wer es genauer wissen will, der kann hier den Bericht der mit der Gegend bestens vertrauten Geologin Bianca Zube lesen. Sehr zu emfehlen, denn diese Felsenwelt macht, zusammen mit den weiten Wiesenflächen der Höhen und Täler, die besonders im Frühjahr, wenn der Löwenzahn blüht, für malerische Farbenpracht sorgen, und den sonnendurchfluteten Wäldern, die Fränkische Schweiz unvergleichlich schön.
Von Ruinen und Höhlen
Malerische Ortschaften schmiegen sich in die Landschaft und sorgen auf den Wanderungen für willkommene Abwechslung.
Natürlich trifft man auf Burgruinen, die manchmal, so wie die Neideck, unübersehbar das Tal -hier das Wiesenttal- überragen und beherrschen, sich manchmal aber auch nur als spärliche Mauerreste zwischen Bäumen verstecken, wie zum Beispiel die Ruine Stierberg. Nirgendwo sonst trifft man auf eine so große Zahl an Burgruinen wie hier in dieser Region.
Erwähnen muss man natürlich auch die Höhlen, mit deren Entdeckung und durch deren Erforschung im achzehnten Jahrhundert der Landstrich Berühmtheit erlangte. Und in der Tat: Berühmtheit hätten diese prachtvollen Höhlen auch heute noch verdient. Binghöhle, Sophienhöhle, Teufelshöhle und Maximiliansgrotte sind wunderbare Schauhöhlen, deren prachtvolle Tropfsteingebilde gesehen werden müssen. Jedenfalls abseits der Wochenenden und außerhalb der Ferienzeiten. Ansonsten benötigt man ein sehr geduldiges Gemüt, um das altkluge und beinah missionarisch belehrende Geschwafel der in Scharen auftretenden Eltern von fast ausnahmslos und völlig zurecht begeisterten Kindern ertragen zu können.
Hier will ich sein
Lange habe ich überlegt, ob ich öffentlich gestehen soll, was mir am besten gefällt, was also der schönste Teil der Fränkischen Schweiz ist, wo der Platz ist, an dem ich mich niederlassen würde, wo ich sitzen und schauen mag, wo ich nicht genug bekommen kann, wenn ich umherwandere. Eigentlich möchte ich das für mich behalten, will niemanden dazu verführen, diesen Platz zu besetzen, mir madig zu machen, weil er sich nicht benehmen kann, lärmt, Müll in der Gegend verteilt (Leute, mal im Ernst: Müsst ihr unbedingt nach dem Pinkeln die Gegend mit Tempotaschentüchern zupflastern? Und wenn man meint, unbedingt eines benutzen zu müssen: Warum könnt ihr die Dinger nicht ein wenig verscharren? Das sieht ja furchtbar aus, wenn sich diese weißen Lappen, die heutzutage nur noch sehr langsam verrotten, in allen geschützen Winkeln stapeln.),oder sich nicht einfügen kann in den Rhythmus der Natur und so zum Störenfried wird. Aber welchen Sinn hätte ein Wanderführer, wenn er die wirklich schönen Plätze nicht preigeben würde? Und ganz ehrlich gesagt: Man kann hier eh nicht von einem Geheimtip sprechen. Die mir liebste Region in der Fränkischen ist nämlich das Ehrenbürgtal mit dem Ehrenbürgmassiv, also dem Berg, der weit und breit als das Walberla bekannt ist, und das Walberla ist den Franken der liebste Berg. Was man den Besucherzahlen des Gipfelplateaus durchaus anmerkt. Hier, und das kann ich ihnen versprechen, sind sie so gut wie nie alleine.




